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Berlin

Liebes Tagebuch,

ich denke, hier beginnen wir mal etwas früher… Vor 3 Tagen rief der Tourmanager Peddy bei mir an und fragte, ob es uns prinzipiell möglich wäre, Frozen Plasma zu ersetzen, weil zusätzlich zur Krankheit des Sängers private Probleme aufgetreten wären, die es Frozen Plasma nicht möglich machten, die Tour fortzusetzen. Etwas perplex erbat ich mir etwas Zeit, um verschiedene Dinge zu klären und vor allem mit Frank zu sprechen, ob er das irgendwie einrichten kann, denn mir war klar, dass er mitten im Diplomarbeits- Stress steckt. Nachdem Frank am Telefon ebenso perplex reagierte, hat er seine Termine glücklicherweise so legen können, dass wir zusagen konnten. Natürlich nicht, ohne mehrfach nachzufragen, ob für Frozen Plasma wirklich keine Möglichkeit besteht, weiterzumachen. Naja, dann begann der allseitige Stress, denn viel Zeit zum vorbereiten blieb nun wirklich nicht. Also auf zum Einwohnermeldeamt um zu wählen, in den Waschsalon, damit die Wäsche noch rechtzeitig trocken wird 😉 usw. usf.

Am Freitag dann ziemlich gestresst zum Postbahnhof. Frank hatte vormittags noch den Abgabetermin seiner Diplomarbeit einzuhalten, kam aber rechtzeitig zum Aufbau und Soundcheck an. Wir wurden von den Bands und der Crew mehr als herzlich zurück- empfangen. Es ist schon toll, wenn man das Gefühl hat, dass sich alle wirklich freuen, uns wieder an Board zu begrüßen. So schade es auch ist, dass Vasi nicht mehr dabei ist.

Der Postbahnhof liegt mir eigentlich sehr, nicht umsonst spielen wir dort auch immer mit Zeraphine. Leider gibt es dort an Wochenenden immer diese unsäglichen Parties, weswegen die Konzerte dort recht früh beendet sein müssen, im Umkehrschluss sehr früh beginnen. Ich kann nicht zählen, wie viele Leute mir hinterher erzählt haben, dass sie uns verpasst haben… L 18:45 ist auch echt sehr früh für ein Konzert. Entsprechend sah es auch anfangs aus, wobei sich der Saal im Laufe unseres Auftritts mehr und mehr füllte, bis es ab dem letzten Drittel wirklich gut aussah. Stimmungsmäßig sind wir von Berlin eigentlich besseres gewohnt, aber da es ja nicht unser Konzert war und wir auch nirgends mehr angekündigt werden konnten (selbst wenn wär es egal gewesen, da man schon seit langem keine Tickets mehr für dieses Konzert kaufen konnte), war es schon okay für uns. Wir bekamen im Nachhinein auch sehr viel positiven Zuspruch für das Konzert.

Noch einmal daheim schlafen und dann geht’s nach Magdeburg… für die Aftershow Party im K17 waren wir absolut zu müde…

 

Prag

Liebes Tagebuch,

ich erwachte kurz hinter der tschechischen Grenze, ziemlich früh am Morgen, Frank ging gerade ins Bett. Das Wetter war zum ersten Mal auf dieser Tour miserabel, mit Regen und Kälte… Na hilft ja nix… immerhin – der Regen hörte irgendwann auf.

Der Club in Prag liegt ziemlich in der Innenstadt, in einer Art Passage mit kleinen Geschäften und Cafés. Leider war der für den Bus reservierte Parkplatz zugestellt, sodass wir erstmal ein hübsches kleines Verkehrschaos verursachten. Egal, erstmal den Club anschauen. Die Lucerna Music Bar erstreckt sich über 2 Etagen, die Bühne ist rund, drehbar und sogar versenkbar, was den Bühnenaufbau interessant machte. Glücklicherweise kam niemand auf die Idee, irgendwas zu drehen oder zu versenken 😉

Nachdem auch der Bus vernünftig geparkt war, lud mich Ronan auf einen Kaffee ein, zwischenzeitlich gesellten sich Peddy (Tourmanager) und Vasi (VNV, Frozen Plasma) dazu und es ergaben sich tolle Gespräche.

Während die Bühne für VNV aufgebaut wurde, hatte ich etwas Zeit, mir die Stadt anzuschauen. Auf Frank musste ich dabei leider verzichten, da er noch tief und fest schlief. Daher gibt’s davon auch keine Fotos :-( Als er irgendwann am späten Nachmittag erwachte, ließ sich eine gewisse Ähnlichkeit mit Horst Tappert (zumindest um die Augen herum) nicht verleugnen 😉

Unser Konzert wurde recht gut aufgenommen. Es waren zwar nicht so viele Leute da, wie in den anderen Städten, dafür war die Stimmung wirklich gut. Wir haben Leute aus Tschechien (wie seltsam), Polen, Deutschland und den USA getroffen und es schien allgemein Anklang gefunden zu haben.

Rotersand und VNV haben wie immer gerockt… sehr beeindruckend… 😉

Morgen heißt es für uns erstmal aussteigen, wir werden zwar noch bis Stuttgart mitfahren, dort aber nicht mehr auftreten, denn für die restlichen Shows, abgesehen von Magdeburg, werden Frozen Plasma unsere Position einnehmen. Naja, wir melden uns dann nochmal nach Magdeburg, was dann tatsächlich das Ende unserer Tour mit VNV Nation sein wird… Bis dahin alles Gute :-)

 

Turin

Liebes Tagebuch,

so, jetzt iche wieder… 😉 Nach zwei für mich wirklich anstrengenden Tagen (von Wien nach Berlin, direkt zur Zeraphine- Probe, kurz schlafen, nach Großenhain zum Festival, Auftritt ca. um 1 Uhr morgens, um ca. 2.30 von der Bühne direkt ins Auto, 200 km nach Berlin Tegel, nach Paris fliegen und von dort aus weiter nach Turin, um 14.40 ohne Schlaf in Turin landen, zum Glück abgeholt werden und gegen 16.00 am Club in Turin) hab ich mich bei sommerlichem Wetter trotzdem erstmal im Bus schlafen gelegt 😉

Dann wurde es sehr hektisch, da es einige technische Probleme gab, deren Lösung schon Zeit in Anspruch nahm. Kurz nachdem wir mit dem Soundcheck fertig waren, ging es für uns auch schon los. Wieder waren noch nicht allzu viele Leute im Club, es war allerdings nicht ganz so arg, wie in Wien. Auch hier in Turin, kamen schnell immer mehr Leute vor die Bühne, die Reaktion des Publikums war für uns völlig okay, es wurde getanzt, applaudiert und was sonst so alles dazu gehört 😉

Da so ein Konzert, auch wenn es nur 30 Minuten dauert, ziemlich anstrengend ist, bin ich kurz danach schlafen gegangen, denn da hatte ich noch einiges nachzuholen. Leider gibt es kein Foto aus Turin :-(

An dieser Stelle sei mal kurz erwähnt, dass die Kollegen von Rotersand und auch VNV Nation wirklich sehr angenehm sind. Ich denke wir sind uns gegenseitig schon irgendwie recht sympatisch *gg*

Der nächste Tag war ein Reisetag, den wir größtenteils am Backstage Werk in München verbracht haben. Da ich gestern sehr früh zu Bett gegangen bin, erwachte ich im Morgengrauen, während wir durch die Alpen fuhren. Ein unglaublich toller Anblick… jedes mal aufs Neue :-) Mehr gibt es kaum zu erzählen, außer dass für uns ein kleines Privat- Barbecue veranstaltet wurde. Dank an dieser Stelle an Achim!

Rom

Liebes Tagebuch,

nachdem der Abend in Wien mit einer feucht fröhlichen Aftershow-Party zu Ende ging, fuhren wir sehr zeitig morgens Richtung Rom los. Als Zwischenstopp für eine Schlafpause vom Busfahrer haben wir im Bergland von Bologna ein kleines Restaurant mit großem Hof gefunden, bei dem wir die kommende Nacht mit unserem Reisebus stehen dürfen.

Die Landschaft dort ist unbeschreiblich schön. Am Abend speist die gesamte Travelling Party gemeinsam an einer langen Tafel in dem Restaurant. Alleine schon das extrem gute Essen dort ist die lange Reise wert. Nach einer kleinen Runde Volleyball und dem einen oder anderen tollen Gespräch mit den Jungs von Rotersand geht der Abend für mich zu Ende und es geht ab ins Bett. Sehr zeitig morgens fahren wir auch schon weiter nach Rom.

Dort angekommen kommt die erste „festgefahrene“ Situation der Tour. Auf der Einfahrt zum Club hat unser Bus aufgesetzt und will weder vorwärts noch rückwärts weiter…nach langem hin und her, kleinen Tricks und den einen oder anderen zerstörten Stück Asphalt  kommt er dann doch wieder frei und der Aufbau der gesamten Technik kann los gehen. Da ich aufgrund des Zeraphine-Auftritts in Großenhain den gesamten Tag frei habe, mache ich mich recht schnell auf den Weg in die City von Rom. Die Sonne scheint, es sind geschätzte 28°C, also Wasserflasche eingepackt und Sonnenbrille auf, und los geht’s. Nach rund 6 km Fußweg bin ich am Rand der Innenstadt angekommen. Von dort bin ich im wahrsten Sinne des Wortes „völlig planlos“ in die kleinen Gassen der Stadt gewandert. Nach vielen Ecken stand die rettende Touristinfo am St.Maria Maggiore mit einer gut lesbaren Karte der Innenstadt, auf der ich meinen weiteren Tagesablauf recht schnell fest gelegt habe.

Rome

Los geht es mit dem Weg Richtung Colosseum, vorbei am Palatino zum Circo Massimo und von dort flussaufwärts an der Tavere zum Piazza St. Pietro. Dieser ist der Hauptplatz vor dem Petersdom im Vatikan. Von dort geht es vorbei am Castel St. Angelo wieder auf die Ostseite der Tavere. Hier kann man sehr schön durch schöne kleine Seitengassen schlendern und das italienische Flair genießen. So bin ich durch diese kleine Gassen zum Piazza Navona, zum Pantheon, dem Piazza Venezia, über die Via Nazionale zum Piazza della Republica gekommen.

Rome

Hier Endet nun meine kleine Rom Wanderung und nachdem ich nach ein paar weiteren Kilometern die richtige Bushaltestelle gefunden habe, ging es zurück zum Club. Dort angekommen erwartet mich direkt ein toller Auftritt von Rotersand und ein feines Konzert von VNV. Nach dem letzten Ton ging mein Arbeitstag los. Die Bühne muss in Rekordzeit von maximal zwei Stunden abgebaut und verpackt werden und so helfe ich der Crew beim Abbau. Danach geht es ohne Umwege in den Bus die die Reise nach Turin geht los.

 

Wien

Liebes Tagebuch,

jetzt erstmal wie versprochen das Foto von gestern…

Vienna

Ja klar, vor dem Stephansdom… Naja… wir hatten ja frei und waren sowas wie Touristen.

Heute bin ich früh aufgewacht und fuhr schnell in die Innenstadt, da ich ein Paar neue Schuhe brauchte. Hab sogar einen recht gut sortierten Doc Martens Laden gefunden 😉

Da nun erstmals Rotersand mit auf der Bühne standen, gestaltete sich der zeitliche Ablauf des Aufbaus etwas hektischer, wir wurden aber nahezu rechtzeitig fertig. Als wir mit unserem Konzert begannen, standen ungefähr 10 Leute im Konzertsaal. Das war wirklich mal ein sehr außergewöhnlicher Anblick 😉 Glücklicherweise blieb das nicht so und etwa beim 3. Song war es auch ansehnlich gefüllt und wurde bis zu unserem letzten Song immer voller. Die Stimmung wurde auch von Song zu Song besser, somit war es für uns absolut okay.

An dieser Stelle trennen sich Franks und meine Wege… keine Sorge, nur für anderthalb Tage, da ich zurück nach Deutschland musste, um das Rollfeld- Festival mit Zeraphine zu spielen. Deshalb übergebe ich den nächsten Eintrag an Frank.

Zagreb

Liebes Tagebuch,

leider musste auch das Konzert in Zagreb aufgrund der Grenzprobleme abgesagt werden :-( Das war die Nachricht, mit der wir heute früh geweckt wurden. Also beschlossen wir, bereits heute nach Wien zu reisen und dort noch ein wenig Zeit zu verbringen. Gerade sitzen wir in einem Kaffeehaus und schreiben diese Zeilen. Fotos haben wir noch nicht gemacht, werden jetzt aber tun… Schreiben morgen weiter 😉

Belgrad

Nach ein wenig individueller Freizeitgestaltung machten wir uns am Sonntagmorgen im richtigen Tourbus von Hamburg aus auf in Richtung Serbien.

Tourbus

Nun sind auch Rotersand vollständig an Board, einige Teile der Reisegruppe sammelten wir in München ein. Der Abend im Bus verlief halbwegs ruhig, ich bin Montagmorgen bei Sonnenaufgang erwacht (Frank ging gerade ins Bett), als wir gerade durch die wunderschöne Slowenische Landschaft fuhren. Dann kam die Slowenisch- Kroatische Grenze… Der Slowenische Teil war zunächst kein Problem, doch am Kroatischen Grenzposten kamen wir nicht vorbei, weil irgendwelche Dokumente nicht passten und man uns unterstellte, wir wollen unsere Instrumente dort verkaufen… Nach endlosen Diskussionen mit einem in Göring- Uniform gekleideten Zollbeamten wurde uns nicht erlaubt, die kroatische Grenze zu passieren. Also musste das Konzert in Belgrad abgesagt werden und wir blieben in Slowenien. Zunächst viele Stunden auf einem Parkplatz nahe der kroatischen Grenze mit vielen Telefonaten mit der deutschen Botschaft und den Veranstaltern, schon um das Konzert in Zagreb zu retten. Wir alle fanden es maximal schade, nicht nach Belgrad gekommen zu sein… immerhin wäre es für die meisten das erste Mal gewesen.

Resting in solvenia

Kurz nach 14 Uhr (Frank war grad wieder wach ;-)) brachen wir dann nach Ljubljana auf, um dort den Rest des Tages zu verbringen. Gegen 16 Uhr erreichten wir unseren Busparkplatz einigermaßen außerhalb der Stadt. Nach einer guten Stunde Fußweg waren wir in der traumhaften Altstadt, wo wir ein wenig Sightseeing machten, sogar bis zur Burg hinaufstiegen.

Ljubljana

Jetzt sitzen wir wieder im Bus und werden morgen früh erfahren, ob wir zum Konzert in Zagreb nach Kroatien einreisen dürfen. Na dann gute Nacht 😉

 

Kopenhagen, Forbraendingen

Nachdem bereits um 6:00 der Wecker klingelte und ich bis dahin satte 2 1/2 Stunden schlafen konnte, sind wir noch kurz unserem Rostocker Hotel frühstücken gewesen, um dann nach Kopenhagen aufzubrechen. Ronan hatte auf der Fahrt zur Fähre wirklich gute Laune und unterhielt alle Mitfahrer grandios. Auf der Fähre gabs erstmal Kaffee zum wachbleiben und kurz nach diesem Foto setzte auch prompt der Regen ein…

SF @ Ferry

Das Konzert war aus unserer Sicht etwas ambivalent. Wir hatten die Situation vorher eigentlich noch nie, dass uns wirklich kaum jemand kennt. Demzufolge stand das Publikum zunächst eher weiter von der Bühne weg, man wahrte also den Sicherheitsabstand. Von Song zu Song kamen alle glücklicherweise bis ganz nach vorn, auch ohne dass man so peinlich dazu auffordern musste 😉 Man tanzte, hörte zu und applaudierte lautstark. Uns wurde jedenfalls versichert, dass die Publikumsreaktionen für dänische Verhältnisse sehr gut waren, viele haben sich auch CDs von uns zugelegt 😉

VNV haben wie auch schon in Rostock genial gespielt und die Leute wurden nahezu extatisch… Nachdem der letzte Ton verklungen ist, ging ein Mega- Stress los, da wir eine ganz bestimmte Fähre erreichen musste. Der Abbau sollte in eigentlich unrealistisch kurzer Zeit erfolgen, erstaunlicher Weise hat es funktioniert. Auf der Fahrt stellten Ronan und Mark erneut ihre Entertainer- Fähigkeiten abseits der Bühne unter Beweis 😉 Irgendwie sind die nicht totzukriegen, egal wie müde sie sind…

Von jetzt an geht es im Nightliner weiter, das bedeutet weniger Stress und mehr Schlaf…

Ich glaube, alle warten sehnsüchtig darauf 😉

 

Rostock, Mau Club

Dies ist der Versuch eines Tourtagebuches… Wir wissen noch nicht, in welchen Clubs der Tour wir ins Netz gehen können, aber wir werden jeden Tag ein paar unserer Eindrücke aufschreiben und dann veröffentlichen, wenn wir halt können 😉

So, heute haben wir also in Rostock gespielt und ich werd mich mal kurz fassen, weil VNV derzeit spielen und ich noch was vom Konzert mitbekommen will 😉 Nachdem wir schon etwas zu spät losgefahren sind, kamen wir auch etwas zu spät an 😉 was sich aber als nicht sonderlich tragisch herausstellte… Unsere normale Crew können wir auf dieser Tour leider aus Platzgründen im Tourbus nicht mitnehmen, ebenso müssen wir auf unsere Videoprojektionen aus Platzgründen auf der Bühne verzichten. Aber freundlicherweise hat sich die VNV Crew bereit erklärt, uns zu betreuen und das haben sie auch extrem gut gemacht. Nach so kurzer Zeit lässt sich zwar noch nicht viel sagen, außer dass alle Mitreisenden absolut freundlich zu uns sind :-)

Unser Konzert war aus unserer Sicht noch verbesserungswürdig, hatte ein paar Textdreher drin 😉 Naja, das wird sich noch geben *lol* Die Stimmung war für uns ziemlich gut und das Publikum hat sogar mitgemacht 😉

Na dann, morgen müssen wir sehr früh nach Kopenhagen aufbrechen… und ich geh jetzt mal noch ein wenig VNV schauen 😉

Bis morgen hoffentlich… beste Grüße auch von Frank…

Sven